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Newsletter Kapitalmarkt- und Bankrecht, FinTechs Issue 5|2021
Neue EU-Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit

01.07.2021
Die EU will bekanntlich bis 2050 Klimaneutralität erreichen. Dazu hat die Kommission kürzlich ein weiteres Maßnahmenpaket verabschiedet, um mehr Geld in nachhaltige Tätigkeiten zu lenken. Ein zentraler Teil dieses Pakets ist die delegierte Verordnung zur EU-Taxonomie, also dem Klassifikationssystem für nachhaltige Tätigkeiten. In dieser wird dargestellt, welche Wirtschaftstätigkeiten zur Erreichung der europäischen Umweltziele am meisten beitragen.

Weiters beinhaltet das Maßnahmenpaket einen Richtlinienvorschlag zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der Unternehmen und die zuletzt geänderten sechs delegierten Änderungsrechtsakte, die die Nachhaltigkeit bei der Finanzberatung und bei Finanzprodukten regeln. Umfasst sind insbesondere die folgenden Themen:

  • Anlage- und Versicherungsberatung:

    Bis jetzt mussten Berater Informationen über die Investitionskenntnisse und -erfahrungen der Kunden sowie deren finanzielle Situation, Fähigkeit, Verluste zu tragen, und Risikotoleranz einholen. Mit den neusten Änderungen kommt auch eine Pflicht zur Einholung der Nachhaltigkeitspräferenzen der Kunden. Die betrifft vor allem die Auswahl der Produkte, die den Kunden angeboten werden.

  • Treuhändische Pflichten:

    Finanzunternehmen werden ab jetzt nicht nur finanzielle, sondern auch Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigen müssen. Es wird der gleiche ökologische Standard unionsweit angestrebt, was den Anlegern den Vergleich grenzüberschreitender Investitionsmöglichkeiten erleichtern und Anreize schaffen soll, die Geschäfte in der Zukunft nachteiliger zu gestalten. Dadurch soll auch das Vertrauen in einen nachhaltig funktionierenden Binnenmarkt gestärkt werden.

  • Aufsichts- und Lenkungsanforderungen bei Anlage- und Versicherungsprodukten:

    Bei der Produktion und Gestaltung von Produkten sollen ab jetzt auch die Nachhaltigkeitsfaktoren berücksichtigt werden.

Ekaterina Shapatkovskaya